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PG-Porn
James Gunn hat PG-Porn ins Leben gerufen. Wie schreibt er so schön auf seiner Seite: Zitat “It’s pornography everyone can enjoy, not just perverts. You and your grandmother, for instance, could sit down together and enjoy some nice clean smut. Or your kids could come home from school, and the whole family could gather around the computer and not-jerk-off to some porn deeply embedded with traditional values (like not fucking.)”
Zwei Impressionen:
Jenna
Quelle: Hier
10
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Kure Kure Takora
Der folgende Text zu dieser japanischen Serie stammt von Mitternachtskino.
Okay. Ganz ruhig. Was habe ich da eben gerade gesehen? Täuschen mich meine Augen? Nein. Es ist wahr. “Kure Kure Takora”, englisch übersetzt in “Gimme Gimme Octopus” ist Realität. Um das ganze Ausmaß der Unfassbarkeit dieses japanischen Serienproduktes zu kommunizieren, hier einmal die Beschreibung eines typischen “Kure Kure Takora”-Dreiminüters:
Der Polizeidachs Debura steht in seinem Polizeirevier unter freiem Himmel und erfreut sich an seinem Plattenspieler, aus dem gerade die Töne des “Kure Kure Takora”-Titelsongs erklingeln. Seine tänzerischen Bewegungen zu dem kuriosen Lied sind ebenso minimalistisch wie unrhythmisch. Es dauert nicht lange, da kommen schon Takora, ein roter, zweibeiniger Tintenfisch mit riesigem Kopf, und sein bester Freund Chonbo, eine riesige, gelbe Kürbispflanze, vorbei und wollen in ihrem Wahn, immer alles besitzen zu müssen, jenen Plattenspieler in ihre Gewalt reißen. Doch der Dachs bedroht die beiden mit seinem Revolver. Die beiden verstecken sich hinter der nächsten Blume (?) und schmieden einen Plan. Chonbo bietet Debura eine höchst eigenartige Ganzkörpermassage an, bei der er ihm seine Kanone aus dem Halfter stiehlt. Dann erscheint wieder Takora auf der Bildfläche, der den Dachs provoziert und mit einem gekonnten Schlag auf den Kopf ausknockt. Er schnappt sich das Grammophon und verschwindet damit zu seinem Baumhaus. Hier versuchen er und Chonbo das Gerät vergeblich zum musizieren zu bringen. Aus mir unbegreiflichen Gründen zieht sich dazu Takora einen Hut auf seinen gigantischen Kullerkopp. Als der Plattenspieler sich verselbstständigt und durch die Gegen düst, schlagen Takora und Chonbo mit Stöcken nach ihm. Weil beide etwas unbeholfen sind, enden beide auf dem Boden, sich gegenseitig mit den Stöcken verprügelnd. Dann jedoch geht das rosa Walross Monro an beiden vorbei. Nicht nur Takora und Chonbo scheinen beide in die grazile Monro verliebt zu sein, sondern auch der Plattenspieler, der ihr nachfolgt.
Das war’s. Keine wirklich auflösende Pointe, nicht mal eine halbwegs nachvollziehbare Geschichte. Nur völlig durchgeknallte, kunterbunte Tierviecher, die absolut irre, fast schon psychedelisch-kranke Sachen machen. Vollkommen unfassbar ist hierbei die Tatsache, dass diese Serie für Kinder konzipiert und produziert wurde. Takora ist ein gewaltbereiter, Drogen einnehmender Dieb, der sich ständig versucht, durch andere zu bereichern. Mit allen Tieren der Serie scheint er auf die eine oder andere Weise verfeindet zu sein, nur mit dem komischen Kürbis scheint er wirklich auszukommen. Und selbst der wird in regelmäßigen Abständen von ihm mit Schlägen gezüchtigt.
Der Wald, oder was auch immer das quietschbunte Setting sein soll, in dem der Oktopus so fröhlich singt und springt, wird aber auch noch von drei sinistren Gurken bewohnt, die gerne picknicken und ihre eigene Erkennungsmelodie besitzen. Da Takora das Lied, als auch die Fressalien meistens für sich beansprucht, kommt es zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Gurken. Egal, ob Faustschläge, Degenduelle oder gegenseitiges Beschießen mit Pfeilen – den tierischen Bewohnern der “Gimme Gimme Octopus”-Welt scheint nicht einmal ihr pädagogischer Auftrag gegenüber der unmündigen, japanischen Vorschulzielgruppe heilig.
Auch die Themen, die “Gimme Gimme Octopus” für seine Zuschauer aufbereitet, sind wohl einzigartig in der Welt der Minderjährigenunterhaltung: In einer Episode stiehlt Takora dem Drachen Biragon ein dubioses Rauchwerkzeug. An seinem Baumhaus beginnt er zusammen mit Chonbo an daran zu paffen, und schon bald haben sich ihre sonst so runden Augen in bekifft anmutende Schlitze verwandelt. In späteren Folgen begeht Takora Grabschändung, in wieder einer anderen Folge täuscht er den traditionellen, japanischen Selbstmord Seppuku vor. Und die Grundeinstellung Takoras mag auch nicht gerade sehr kinderfreundlich anmuten. Mit seinen kleinen acht Armen greift der nach Allem, was er haben möchte, ohne Rücksicht auf Besitzrechte oder andere moralische Fragen. Wer die Herausgabe der Objekte seiner Begierden verweigert, wird veräppelt oder verkloppt – egal, ob derjenige ein imposanter Drache oder ein respektvoller Polizist ist. Gehe deiner Gier nach, egal, was sich dir in den Weg stellt!
“Gimme Gimme Octopus” ist eine außergewöhnlich, unfassbare Kinderreihe, die in Japan durch Merchandising en masse unterstützt wird. In westlichen Kulturen wäre eine solche Serie undenkbar. Und gerade jene natürliche Fassungslosigkeit, die sich bei jedem europäischen Zuschauer dieser grellen Show einstellen wird, dürfte sich bei vielen auch in urige Faszination für die Viecher und ihre kaum nachvollziehbaren Handlungsweisen verwandeln. “Gimme Gimme Octopus” ist herrlich und verdient auch in Europa viele Fans – wenn auch volljährige!






