Aug
09
2009

Dänemark — Die Woche

Die letz­ten Tage sind so schnell ver­gan­gen, dass ich gar nicht dazu gekom­men bin in Ruhe für jeden Tag einen eige­nen Bei­trag zu schrei­ben. Daher nun ein Kom­plett­be­richt sozu­sa­gen :) .

Sonn­tag
Wir waren im Bun­ker­mu­seum von Hants­holm. Dort kann man die Über­reste nord­eu­ro­pas größ­ter Fes­tungs­an­lage aus dem 2. Welt­krieg besich­ti­gen. Eine der vier 38 cm Kano­nen ist hier mon­tiert. Fol­gend einige Infor­ma­tio­nen über die Kanone.

38 cm Kanone
Die Kano­nen der Bat­te­rie Hanst­holm II hat­ten die Bezeich­nung 38 cm S.K.C/34. Es han­delte sich um moderne Geschütze, die für die deut­schen Schlacht­schiffe der “Bismarck”-Klasse kon­stru­iert wor­den waren. Die Kano­nen wur­den von der Fa. Krupp, Essen, pro­du­ziert. Die Kano­nen in Hanst­holm hat­ten die Seri­en­num­mern 70, 71, 74 und 75.

Jedes Geschütz­rohr war 19 Meter lang und wog 110 Ton­nen. Die Kano­nen wur­den ohne Schiffs­ge­schütz­türme gelie­fert, wes­halb sie in soge­nann­ten Bet­tungschiess­ge­rüs­ten (?Bet­tungschiess­ge­rüst C/39?) auf­ge­stellt wur­den, die sowohl ein­fa­cher als auch bil­li­ger als Schiff­stürme waren. Das Bet­tungs­schiess­ge­rüst war im Prin­zip ein gro­ßer, gepan­zer­ter Kas­ten, in dem der hin­tere Teil der Kanone mit Boden­stück und Lade­ein­rich­tung ange­bracht wurde. 38cmkanonJedes Bet­tungs­schieß­ge­rüst wog 540 Ton­nen. Im Gegen­satz zu den Geschütz­tür­men auf Schif­fen, füllte ein Bet­tungschiess­ge­rüst nicht die ganze Kes­sel­bet­tung aus. Die gro­ßen Kes­sel­bet­tun­gen waren daher sehr schlecht gegen Bom­bar­de­ments ins­be­son­dere aus der Luft geschützt. Außer­dem war die Pan­ze­rung des Geschütz­tur­mes nur 5 cm dick, so dass das Geschütz und die Bedie­nungs­mann­schaft nur gegen klei­nere Gra­na­ten und Split­ter geschützt waren. Schiff­stürme für Geschütze des­sel­ben Typs hat­ten eine Pan­ze­rung von bis zu 36 cm. Sei­ten– und Höhen­rich­tung der Geschütze wurde mit Hilfe eines Elek­tro­mo­tors aus­ge­führt ? not­falls auch per Hand­kraft. Gela­den wurde von Hand mit einem 10,5 m lan­gen Anset­zer­stock, wozu 14 kräf­tige Män­ner benö­tigt wurden.

Mon­tag
Wir waren Dosen suchen — welch Wun­der… Wir muss­ten schmun­zeln als wir bei unse­rer Pla­nung auf den Cache “Dicker Olli” sties­sen. DickerOlliDie Doppel-O-Agenten sind über­all. Nett gemach­ter Cache, der Olli gewid­met ist. Hat Spaß gemacht.

Wir haben den Leucht­turm von Hanst­hom besich­tigt. Einen wirk­lich schö­nen Aus­blick über die Dünen­land­schaft und das Inland hat man von hier oben. Der Turm hat eine Höhe von 23 Metern. Fol­gen­den inter­es­san­ten Bei­trag habe ich zu die­sem Leucht­turm im Netz endeckt:

Leucht­turm
Hanst­holm ist für die Schiff­fahrt ein mar­kan­ter Punkt ent­lang der bis­her in Nord-Süd-Richtung ver­lau­fen­den West­küste Jüt­lands. Hier schließt sich in nord­öst­li­che Rich­tung die Jam­mer­bucht bis Hirts­hals an, die ihren Namen nach unzäh­li­gen Schiffs­ha­va­rien erhielt. Die Huk von Hanst­holm ist wegen einer hoch auf­ra­gen­den Düne weit­hin sicht­bar. Es erstaunt nicht, dass die­ser Punkt im Zwei­ten Welt­krieg eine große stra­te­gi­sche Bedeu­tung für die deut­schen Beset­zer besaß und hier einer der größ­ten Bun­ker gebaut wurde, die Deutsch­land in Däne­mark baute. Mit Hilfe eines Geschüt­zes mit einer Reich­weite von 55 km (!) sollte die Süd­seite des Ska­ger­raks kon­trol­liert wer­den. Ein gro­ßes Muse­ums­cen­ter hat einen Teil der Mili­tär­an­la­gen restau­riert und der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht.

Die expo­nierte Lage der gro­ßen, rund 40 Meter hohen Hanst­hol­mer Düne und die navi­ga­to­risch wich­tige Posi­tion ent­lang Däne­marks Nord­see­küste bot sich für den Bau eines Leucht­turms gera­dezu an. Schon 1840 began­nen die Vor­be­rei­tun­gen an Ort und Stelle, und 1842 stand ein ers­ter Turm an Ort und Stelle. Als die große Optik gelie­fert wurde, stellte sich aber her­aus, dass das Bau­werk weit­ge­hend unbrauch­bar war: Der Turm­schaft würde das Gewicht der Lin­sen und des Kup­fer­da­ches nicht tra­gen kön­nen. Die große Schmach ließ den bla­mier­ten Archi­tek­ten ver­zwei­feln, der sich dar­auf­hin das Leben nahm.LighthouseHanstholm
Der Turm musste wie­der abge­ris­sen wer­den. In Win­des­eile ent­stand, unter neuer Bau­lei­tung, an glei­cher Stelle ein neuer, 23 Meter hoher acht­ecki­ger Leucht­turm mit mar­kan­ter, gro­ßer Laterne. Die Fer­tig­stel­lung wurde am 6. Novem­ber 1843 notiert. Am 15. Dezem­ber 1843 ging Hanst­holm Fyr als ers­ter däni­scher Leucht­turm an der Nord­see­küste in Betrieb. Quelle

OlsenBandeKennt ihr noch die Olsen-Bande? Wir haben uns die Olsen-Bunker an der Küste von Vigsø ange­se­hen. Hier wurde damals für die Serie gedreht. An die­sem Ort sieht man außer­dem wie die Natur lang­sam die Bun­ker verschlingt.

Am Abend haben wir das ehe­ma­lige Feri­en­haus von Clau­dia gesucht. Nach kur­zer Suche haben wir, bes­ser Clau­dia tat­säch­lich gefun­den :) .

Diens­tag
Für die­sen Tag stand das Nord­see Oze­a­na­rium auf unse­rer Liste. Es ist das größte Aqua­rium Nord­eu­ro­pas. Neben vie­len Rob­ben gibt es hier den Mond­fisch. Ein wirk­lich selt­sa­mer Fisch, den ich bis heute nicht kannte. MolaMolaDer Mond­fisch kann eine Länge von 3,30 Meter und ein Gewicht von 1,9 bis 2,3 Ton­nen errei­chen. Sein rich­ti­ger Name lau­tet Mola Mola. Die­ses Tier werde ich nicht wie­der ver­ges­sen. Es gibt mei­ner Mei­nung nach kei­nen ver­gleich­ba­ren “Fisch” . Es scheint fast so, als stamme er aus einer ande­ren Welt und wäre hier bei uns nur gestran­det. Wir wer­den es wohl nie erfahren.

Nach dem Oce­a­na­rium waren wir kurz im Bun­ker­mu­seum von Hirts­hals. Direkt neben dem Bun­ker­mu­seum liegt übri­gens auch der Leucht­turm der Stadt.

Auf dem Rück­weg nach haben wir den Ort Løk­ken besucht und dort Scholle mit Muscheln und Scam­pis geges­sen. Mir hat der kleine Ort optisch so gefal­len. Für mei­nen Geschmack der hüb­scheste den ich in Däne­mark gese­hen habe. SonnenuntergangAuf der Fahrt nach Klit­møl­ler haben wir zwecks Dosen­su­che an einem ein­zig­ar­ti­gen Rast­platz ange­hal­ten. Der Rast­platz liegt an einer Straße die durch ein Natur­re­ser­vat führt. Der Rast­platz besteht aus zwei Reet­dach­häus­chen. Das eine für die Toi­let­ten die nach Rosen duf­te­ten und das zweite dient zum Beob­ach­ten der Tiere im Reser­vat. An die­sem Abend konn­ten wir hier einen wirk­lich schö­nen Son­nen­un­ter­gang mit­er­le­ben. Der erste Son­nen­un­ter­gang den ich an einer Rast­stätte genos­sen habe ;) .

Mitt­woch
Heute haben wir uns die Stadt This­ted ange­guckt und haben ein däni­sches Hot Dog geges­sen. Ansons­ten stand die­ser Tag ganz im Zei­chen der Dosensuche.

Don­ners­tag
Für die­sen Tag hat­ten wir uns einen Besuch bei der Hei­de­mühle (Lyng­møl­len) bei Grøn­nestrand vor­ge­nom­men. LyngmöllenSie ist die ein­zige hei­de­kraut­ge­deckte Mühle Däne­marks.  1876 wurde Sie errich­tet und war ein hal­bes Jahr­hun­dert lang in Betrieb. Die Mühle wurde 1990 restau­riert und ist heute eine auf­fal­lende Erin­ne­rung an eine, zur dama­li­gen Zeit, land­wirt­schaft­lich arme Gegend.

Frei­tag
Wir waren lecke­ren Räu­cher­fisch im Hafen von Hanst­holm kau­fen. Die Aus­wahl war über­schau­bar aber der Fisch war sehr lecker. Danach stat­ten­ten wir dem Hafen noch einen klei­nen Besuch ab und genos­sen in Hafen_Hanstholmvol­len Zügen die Mari­en­kä­fer­plage. Bis heute mochte ich die klei­nen roten Freunde immer…

Nach­mit­tags haben wir uns Fahr­rä­der aus­ge­lie­hen. Der däni­sche Ver­mie­ter sagte noch “Sie fah­ren ja nur auf Stra­ßen”. Hätte er gewusst, dass wir die meiste Zeit auf Wald­we­gen und quer­feld­ein unter­wegs waren, hätte er sicher nicht mehr so gelä­chelt. Aber was unser däni­scher Ver­mie­ter nicht weiss, das macht ihn nicht…

Sams­tag
Heute mach­ten wir uns wie­der auf den Heim­weg. Nach circa hun­dert Kil­lo­me­tern sahen wir einen klei­nen Leucht­turm, dem wir noch einen Besuch abstat­te­ten. Leuchtturm_Rückfahrt_KlitmoellerNach eini­gen Zwi­schen­stopps zwecks Dosen­su­che kamen wir am spä­ten Nach­mit­tasg zu Hause an.

Rück­bli­ckend war es eine wun­der­schöne Woche die uns bei­den sehr viel Spaß gemacht hat. Däne­mark ist ein sehr schö­nes Land. Die Natur hat mich in Tei­len an mein gelieb­tes Finn­land erin­nert. Aller­dings ist es eher unan­ge­nehm wenn jedes zweite Auto ein deut­sches Kenn­zei­chen hat und in allen Restau­rants die Kar­ten auch in deutsch ver­füg­bar sind. Mir fehlt dann das Gefühl, in einen ande­rem Land zu sein. Aber man kann es den Dänen nicht ver­den­ken. Schließ­lich leben hier viele vom Tourismus.

Written by Alexis in: Reisen | Tags: , , ,

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